
![]() |
Allgemeines:
Es gibt viele interessante Gemüsearten,aber die interessanteste und vielseitigste ist wohl die Tomate
(Lycopersicum Lycopersicum).Die Tomate zählt übrigens botanisch zu den Beeren, genau wie (unglaublicherweise) der Kürbis.
Die Tomate, auch Paradeiser oder Liebesapfel genannt gehört zur Gruppe der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
, zu der auch die Kartoffel z.B. gehört. Der Begriff Tomate stammt von den Aztekten und bedeutet soviel wie Schwellfrucht.
Im 16.Jahrhundert gelangte die Tomate von ihrer südamerikanischen Heimat Mexiko, wo sie bereits von den Inkas angebaut
wurde, nach Europa.
Ihre ursprüngliche Farbe war gelb. Lange Zeit galt sie als giftig, wurde aber in den Gärten ihrer schönen
Erscheinung wegen weiter kultiviert.
Seitdem hat die Tomate eine fast unermeßliche Form-und Farbvielfalt angenommen. Die Farbpalette geht von weiß, gelb,
orange bis hin zu grün oder auch einem schwarzen Rotton. Dazwischen variieren die unterschiedlichsten Rottöne und wer
es ganz bunt mag, für den gibt es auch gestreifte Exemplare. Aber die Tomate ist nicht nur etwas
für das Auge und den Gaumen, sondern auch noch der Gesundheit sehr zuträglich. Neben dem hohen Carotin- und Vitamin C-
Gehalt, enthält sie viele Mineralstoffe und ist darüber hinaus sehr kalorienarm. Der Inhaltsstoff
"Lycopin" gilt sogar als Antikrebsmittel.
|
||||||||
|
Anbau: Mitte März werden die Tomatensamen in Anzuchterde auf der Fensterbank ausgesät. Stellen Sie den Anzuchtkasten in ein warmes Zimmer. Pikiert wird beim Erscheinen des ersten Blattpaares, jedes Pflänzchen kommt in einen 9-10cm Topf. Eine noch frühere Aussaat lohnt sich nur, wenn man über Zusatzlicht verfügt und auch genug Stellfläche für die Pflanzen im April zur Verfügung hat. Ansonsten bekommen wir lange, stengelige Pflänzchen. Das Ziel sind aber kräftige, gedrungene Tomatenpflänzchen, die nicht vor den Eisheiligen ausgepflanzt werden sollten. Ins Gewächshaus kann schon ab Mitte April gepflanzt werden. Abhärten sollten Sie die Pflänzchen in jedem Fall. Aber lassen Sie ihre Schützlinge anfangs nicht gleich in der prallen Sonne stehen, ich hatte nach nur einem Nachmittag Pflänzchen mit sonnenverbrannten Blättern, die mir eingingen. Sind die Tomaten aklimatisiert, hungern sie förmlich nach der vollen Sonne, viel Wasser und viel "Nahrung".Sie können dann ins Freiland oder in Kübeln an der Südseite des Hauses aufgestellt werden. Die Setzlinge tief bis zum 1. Blattansatz in die Erde pflanzen, an dem Stamm bilden sich noch zusätzliche Wurzeln aus. Tomaten sind die einzigen unter den Gemüsen, die ihren alten Standort immer wieder haben möchten und sie lieben es, mit ihren eigenen Blättern gedüngt bzw. gemulcht zu werden. Die tägliche Pflege besteht im Gießen, Ausgeizen und Hochbinden. Beim Ausgeizen entfernt man die den Blattachseln entspringenden Seiten- oder Geiztriebe. Achtung; Bei den niedrig wachsenden Buschtomaten entfällt diese Pflegemaßnahme meist ganz! Ein-bis Zweiwöchiges Düngen ist erforderlich, besonders wenn die Pflanzen Früchte angesetzt haben. Jetzt muß auch die Wassergabe erhöht werden. Beim Dünger haben Sie die Auswahl zwischen spezielem Tomaten-Dünger, selbst angesetzter Brennesseljauche oder einer Mischung aus Vollmilch und Wasser (1:3). Es geht auch ein einfacher Flüssigdünger. Viele Gartenbücher empfehlen das Ausbrechen der Triebspitze im August, die Pflanze soll ihre Kräfte in die verbleibenden Früchte und nicht ins Blattwerk investieren. Dieser Meinung schließe ich mich nicht an, denn die neu gebildeten Blätter sind für die Ernährung der Tomate wichtig. Je mehr Blätter wir der Tomate lassen, desto mehr Nährstoffe kann sie bereit stellen, was wiederum den Früchten zugute kommt. Ein paar Worte zur Mischkultur: Tomaten lieben als Partner Basilikum, Bohnen, Knobi, Kohl, Mais, Möhren, Sellerie und Salate. Einen größeren Abstand sollte man zu Kartoffeln einhalten, da von ihnen die gefürchteten Sporen der Braunfäule ausgehen. Auch neben Fenchel und Gurken fühlen sich Tomaten nicht wohl. Als Unterpflanzung können natürlich auch Ringelblumen oder Tagetes genommen werden.
|
|
Sorten: Es gibt auf der ganzen Erde etwa 10000 Tomatensorten, von denen nur einige hundert für den erwerbsmäßigen Anbau genommen werden. Für welche Sorte man sich nun entscheiden soll, fällt angsichts dieser Vielfalt schwer. Unterscheiden muß man einmal nach der Wuchsform. Wächst die Tomate unbegrenzt in die Höhe (Stabtomate), oder bleibt sie niedrig und buschig (Buschtomaten). Daneben gibt es noch Raritäten, die nach unten wachsen wie die "Ampeltomate", oder die Sorte "Whippersnapper", die sich wie ein Teller auf dem Boden ausbreitet. Dann spielt die Form und Farbe der Früchte eine entscheidende Rolle. Möchte ich eher Cocktail-Tomaten ernten, wie z.B. bei der Sorte "Johannisbeer Gelb", an der Unmengen johannisbeergroßer Früchte wachsen, oder bin ich mehr für die etwas gewichtigeren Fleischtomaten, wie z.B. der "Zitronenriese",dessen Früchte bis zu 700g schwer werden können. Wichtig ist es auch, für welchen Zweck ich die Tomate verwenden möchte. Sollte sie mehr süß sein oder sich mehr zum Kochen eignen, oder ist eine Sorte einfach nur sehr dekorativ. Man kann auch eine Tomatensorte passend zu den eigenen klimatischen Verhältnissen anbauen. Es gibt viele russische Sorten, die eine kurze Reifezeit haben, und denen Nässe und Kälte nicht so schnell etwas anhaben können. Neben diesen ganzen Auswahlkriterien gibt es die Möglichkeit eine alte, selten gewordene Sorte anzubauen, deren Samen in einem der vielen Samenbanken vor sich hinschlummern. Denn eine Sorte, die nicht angebaut wird, gerät in Vergessenheit, trotz der vielen Vereine und privaten Sortensammler. Um überhaupt erstmal einen kleinen Überblick zu bekommen, lohnt sich der Blick in Spezialkataloge, wie sie private Sortensammler anbieten, oder auch wieder der Ausflug ins Internet. Hier gibt es einige ganz speziele Tomatenseiten, wo sich ein Vorbeischauen lohnt. Hier einige Adressen, die ich persönlich am ansprechendsten fand:
http://www.kuechengarten.de
http://members.tripod.de/rkraft/tomatenhahm.html#Tomaten
http://www.michaels-tomaten.de
http://www.irinas-tomaten.2xs.net Hier noch einige Adressen, wo man Saatgut erhält:
Firma Küchengarten, Reinhold Krämer, Postfach 1511, 73505 Schwäbisch Gmünd, Tel:07171/928712, Fax:07171/928714
Ferme de Saint Marthe, Ulla Grall, Bäreneck 4/Efeuhaus, 55288 Armsheim, Tel: 06734/960013, Fax: 06734/960014
Dreschflegel, Postfach 1213, 37202 Witzenhausen, Tel: 05542/502744
Arche Noah, Gesellschaft zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt, Obere Strasse 40, A-3553 Schloß Schiltern.
Tel: 0043/2714/8626.
VEN-Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, Ursula Reinhard, Sandbachstr. 5, 38162 Schandelah, Tel: 05306/1402 ![]()
|
Beschreibung einiger interessanter Sorten: Reisetomate: Eine rote Stabtomate, die früh reift. Interessant ist die kuriose Form. Die Früchte sind in viele Teilfrüchte eingeschnürt, die man von der Frucht einzeln lösen und essen kann. Der Geschmack soll vorzüglich sein (frisch-säuerlich). Es besteht eine hohe Krautfäuleresistenz.
Mühl´s Mini:
Mrs. Lindsay:
Zahnrad oder Zapotec Pleated:
Tigerella:
Schwarze Sarah: Alle die hier aufgelisteten Sorten finden Sie entweder im "Arche-Noah"-Sortenhandbuch: | ||||||
...wenn Sie noch Fragen haben:info@mein-Gartenjahr.de