In diesem Monat möchte ich das Thema "Mischkulturen" vorstellen. Mischkulturen muß man immer im Zusammenhang mit
Fruchtfolgen sehen. Was die Landwirte im größeren Stil mit der unterschiedlichen Bepflanzung ihrer Felder machen,
ist einzig allein ein Fruchtwechsel, um die Böden nicht völlig auszulaugen. Mit eine Mischkultur geht man noch einen
Schritt weiter. Auf einem Mischkulturenbeet gedeihen Starkzehrer, Mittel-und Schwachzehrer, Pflanzen, die unterschiedliche
Erntezeiten haben und Pflanzen von unterschiedlicher Gastalt. Es herrscht eine wohldurchdachte Vielfalt. Man nutzt dabei
aus, dass verschiedene Pflanzen sich gegenseitig fördern und gesunderhalten. Die dichte Pflanzendecke erspart einem so
manches Unkrautgeharke und auch die Erde bleibt länger feucht. So kann z.B. neben Radieschen, Salaten und Kohlrabi eine
Reihe Weißkohl (Starkzehrer) angepflanzt werden. Übrigens kann man immer wieder in die entstehenden Lücken Salate, Kräuter,
Radieschen oder Kresse nachsäen. Wer die Kunst des Kombinierens von verschiedenen Pflanzen zu einer Meisterschaft gebracht
hat, ist Gertrud Franck. Sie probiert erfolgreich ein eigenes System der Mischkultur, in dem sie beispielsweise ihre zu
bepflanzende Fläche mit Spinatreihen in 40 cm Abstand im Frühjahr bepflanzt. In einzelnen 1,60 m großen Parzellen abteilt,
werden dann die Kulturen angebaut. Wege gibt es in dem Sinne nicht mehr. Man geht auf den abgeernteten Spinatreihen.
Es gibt nur wenige ungünstige Nachbarschaften, die man unbedingt beim Anbau beachten sollte.
Diese passen nicht zusammen:
Zwiebeln vertragen sich schlecht mit Bohnen, Kohl und Kartoffeln
Petersilie nicht mit Salat
Tomaten vertragen sich schlecht mit Erbsen, Rotkohl, Rote Bete und Fenchel
Erbsen nicht mit Bohnen
und Kohl sollte nie nach Senfsaat ausgesät werden.
Hat man genügend Beetfläche zur Verfügung, so kann man auch die vorhandene Fläche in 3 Quartiere aufteilen, aufs 1.Beet kommen die
Starkzehrer (Kohl, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Sellerie, Zucchini und Kürbis), aufs 2. Beet die Mittelzehrer
(Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Rote Bete, Fenchel, Salate, Spinat, Kohlrabi, Paprika, Radieschen und Melonen) und auf
das 3. Beet die sogenannten Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen, und Kräuter). Im 2. Anbaujahr rücken alle Kulturen ein Beet
weiter. Im 4. Jahr ist die alte Ordnung wieder vorhanden. Rhabarber und Tomaten wandern nicht mit. Der Rhabarber hat
seinen festen Standort und die Tomaten möchten auch immer wieder da angebaut werden, wo sie bereits standen. Erdbeeren
bleiben ca. 3 Jahre an einem festen Standort und der Grünspargel sogar 8-10 Jahre.
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