Im August Mariazeller Bohne
Geschichte

Allgemeines:

Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) auch Stangenbohne oder Gemüsebohne genannt, stammt ursprünglich aus Südamerika/Mexiko. Die Gartenbohnen kann man grob in die Gruppe der Buschbohnen, der Reiserbohnen und der Stangenbohnen einteilen. Die Buschbohnen haben eine kürzere Vegetationszeit als die Stangenbohnen, wobei die Stangenbohnen höhere Erträge bringen, aber dafür die längere Vegetationszeit haben und anspruchsvoller als die Buschbohnen sind. Die Reiserbohnen nehmen eine Mittelstellung bezüglich des Wuchses ein, sie werden nur halbhoch.

Eine Unterscheidung gibt es aufgrund der vielen verschiedenen Hülsen-Formen, dies hat aber keinen botanischen Hintergrund, sondern geschieht aus rein praktischen Überlegungen:

- Schwert-oder Schnittbohnen:
haben flache, breite Hülsen und einen ovalen Durchmesser

- Prinzess-oder Brechbohnen:
werden bei einer Größe von 6-7 cm geerntet. haben eine runden Durchmesser. Die meist perlschnurartigen Hülsen sind aus der Sicht der EU-Qualitäts-Klassen nicht mehr erwünscht, man soll das Korn in der Hülse nicht sehen.

-Speckbohne:
rund bis ovale Sorten

-Kipfler oder Posthörnchen:
sichelförmig gebogene Hülsen, die für die Industrie uninteressant sind, da die Pflanzen maschinell nicht beerntet werden können.

-Wachtelbohnen-Formen:
diverse Farbschläge und Sprenkelungen, obwohl diese Sorten geschmackvoller als die Weißsamigen sind, haben sie fast keine Chancen auf dem Markt. Diese Sorten sind in ihrer Existenz stark gefährdet.

Mit der Entdeckung Amerikas gelangten die Bohnen im 16. Jahrhundert nach Spanien und von dort, wie so viele andere Gemüse, über den Mittelmeerraum bis nach ganz Europa. Ab 1543 existierten erstmals Abbildungen von Bohnen in Deutschland.
Die Bohne galt wie die Kartoffel und die Tomate anfangs als Kuriosität. Erst im 17. Jahrhundert fand sie eine weite Verbreitung. Durch die immer größer werdende Beliebtheit der Stangenbohnen wurde die Ackerbohne weitestgehend verdrängt.
Gartenbohnen wachsen relativ gut in unserem Klima, allerdings muss immer auf ihre Frostempfindlichkeit hingewiesen werden. Bei den Gartenbohnen findet fast ausschließlich Selbstbefruchtung statt, die Befruchtung erfolgt in der noch geschlossenen Blüte. Es besteht also keine sehr große Kreuzungsgefahr, wenn man mehrere Sorten auf einmal anbaut.
Die Hülsenfarben variieren von grün/gelb über violett/gestreift bis hin zu schwarz-marmoriert. Die Farben der Samen gehen von weiß, hellbraun über dunkelbraun bis weiß/rot gesprenkelt.
Die Enzyme der Gartenbohne sollen der Aktivierung krebsverursachender Stoffe im Körper entgegenwirken. Gartenbohnen sollte man nie roh verzehren, denn sie enthalten das giftige Glykosid "Phasein", welches erst beim Kochen zerstört wird.
Hier noch ein Hinweis zur Verwertung: Bohnen nie mit Salz oder Säure kochen, es verhindert das Garwerden. Trockenbohnen stets einweichen, das Einweichwasser verwerfen.

Anbau

Anbau: Bohnen gedeihen auf allen Böden. Einen verstärkten Humusgehalt mögen sie aber besonders. Extreme Sand- und Tonböden eignen sich nicht. Da eine hohe Frostempfindlichkeit besteht, wird erst Anfang Mai ausgesät.
Buschbohnen können sogar bis Ende Juli nocheinmal ausgesät werden.
Die Bodentemperatur sollte schon bei 8 - 10 liegen. Ideale Wachstumtemperaturen liegen zwischen 18 - 25, liegen die Temperaturen dauerhaft darüber, verringert sich der Fruchtansatz. Die Saattiefe sollte 3-4 cm betragen, der Reihenabstand 40-50 cm. Einzel-oder Doppelreihen werden an Holzstangen oder Draht hochgeleitet.
In den ersten 4-6 Wochen sind die Bodenlockerung und die Unkrautvernichtung besonders wichtig.
Man kann auch einfach Pflanzen im Warmen vorkultivieren, und ab Mai ins Freiland setzen oder im Gewächshaus anbauen. Nach der Hauptblüte, bei der Fruchtbildung herrscht der größte Wasserbedarf. Will man Trockenbohnen ernten gehen auch trocknere Lagen. Gerade Stangenbohnen sind sehr windempfindlich, sie brechen leicht ab.
Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsen dürfen Bohnen nach sich selbst oder nach anderen Leguminosen angebaut werden. Bohnen sind sich selbst eine gute Vorfrucht und können jahrelang am selben Platz angebaut werden.
Bohnen lieben als Nachbarn den Mais.
Die oben erwähnte Reiserbohne hatte mit ihrer halbhohen Form genau die richtige Größe, um sich am Mais hoch zu ranken. Der Mais sollte dafür allerdings 2 Wochen eher angebaut werden. Bei den Buschbohen war die Kombination mit Kürbis und Kartoffeln eine altbewährte Mischkultur.
Hier noch 2 Tipps: Lassen Sie die Bohnenkerne nicht vorquellen, aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass sie in der Erde verfaulen, anstatt eher aufzugehen. Und häufeln Sie die Pflänzchen nach dem Aufgehen an. Pflücken fördert bei den Bohnen übrigens den Fruchtansatz.

Bohnenvielfalt

Aus der Familie der Bohnen:

Hier noch einige andere Bohnenarten:

Spargelbohne: (Vigna unguiculata)
Der Name kommt von den langen, spargelähnlich aussehenden Bohnenhülsen. Sie stammen aus Südostasien.
Die jungen Hülsen werden wie Gartenbohnen zubereitet. Das Besondere an der Spargelbohne ist ihr angenehm süßer bis milder Geschmack. In Puncto Wärme ist diese Bohne sehr anspruchsvoll.

Feuerbohne: (Phaseolus coccineus)
Eine attraktive Zierpflanze, u.a. wegen ihrer scharlachroten Blüten wird sie gerne zum Beranken von Zäunen hergenommen. Gegessen werden nur die ganz jungen Hülsen, z.B. als Schnippelbohnen. Diese Bohne ist nicht so kälteempfindlich, verträgt aber keinen Frost.

Limabohne: (Phaseolus lunatus)
auch Mond-oder Butterbohne genannt. Wächst im tropischen bis suptropischen Klima. Gegessen werden die unreifen Samen. Diese Bohne zeichnet sich durch einen hohen Eisengehalt aus und sie ist besser verdaulich als unsere Gartenbohnen durch eine andere Proteinzusammensetzung. Lima-Bohnen enthalten das giftige Blausäureglykosid "Linamarin", welches durch Kochen zerstört wird.

Adzukibohne: (Vigna angularis)
In Europa wenig bekannt, gedeiht in wärmeren Regionen. Geerntet werden die unreifen Hülsen, die normal 6-12 cm lang werden. Der Anbau erfordert viel Wärme.

Sorten

Sorten:

Um die Vielfalt der Bohnen vorzustellen, hier einige Beispiele aus dem Sortenhandbuch des Vereins "Arche Noah",
der sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, alte und vergessene Sorten wieder bekannt zu machen.
"Verein Arche Noah", Obere Straße 40, A-3553 Schiltern, Verein zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt
http://www.arche-noah.de

Stangenbohnen:

"Blaue Wachtel":
bis zu 3m hoch, großes, dunkelblaues Korn braun/beige gesprenkelt, reichtragend und wärmeliebend.

"Echte Kipfler":
2-3m hoch, kipfelartig gebogene Hülsen, dunkelblau gezeichnet, fadenlos, beiges Korn mit weinroter Maserung.

"Kirschbohne":
bis zu 3m hoch, runde, rote und kirschkernähnliche Kerne, reift spät, Trockenbohne.

"Kaiser Friedrich":
Rosa, fadenlose Hülsen, Malvenblaues 2cm großes Korn, sehr guter Geschmack.

"Porzellanbohne":
Hülsen 13 cm lang, bis 3m hoch, Kerne 2cm groß, nierenförmig und beige mit roten Sprenkeln und weiß.

"Streifenbohne":
bis 1,5 m hoch, Korn beige bis rosa mit roten Streifen.

Buschbohnen:

"Eisbohne":
auch winterharte Buschbohne genannt, hält manchmal bis zu -5 aus, Korn prall und ocker.

"Forellenbohne":
alte deutsche Sorte, (nicht identisch mit der neuen deutschen Stangenbohnen Sorte), weißes Korn mit roter Sprenkelung.

"Mariazeller Bohne":
Trockenbohne, 2 cm große Kerne mit dunkelrot-weißer Zeichnung, Blüte weiß und Hülsen grün.

Feuerbohnen:

"Lotte":
große Bohne, schwarzgrundig mit violetten Flecken, guter Geschmack.

"Käferbohne":
große Bohne in 3 Farbvariationen, schwarz, violett wenig schwarz gesprenkelt bis stark schwarz gesprenkelt.

...wenn Sie noch Fragen haben: info@mein-Gartenjahr.de