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Allgemeines:
Die Gurke lat. "Cucumis sativus" gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Es handelt sich
um ein Fruchtgemüse, deren fleischige Früchte botanisch zu den Beeren zählen. Gurken sind besonders
wärmeliebend und absolut frostempfindlich. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Variationsformen:
Als Schwammgurke, Minigurke, Luffa, Kiwano,... Die Farbe der Früchte variiert von weiß über grün, bläulich,
gelb bis hin zu leuchtendem Orange. Gurken wachsen kriechend oder kletternd.
Die Geschichte der Gurke (in der Geschichte Cucumis genannt) läßt sich durch Samenfunde von vor fast
9000 Jahren zurückverfolgen.
Unter dem Begriff "Cucumis" wurden alle zur Kürbisfamilie zugehörigen Pflanzen zusammengefaßt,
also auch Zucchini, Kürbisse und Melonen. Von daher ist eine eindeutige Zurückverfolgung der Gurke
im Speziellen sehr schwierig.
Vor 3000 Jahren wurde die sehr wärmeliebende Pflanze in Indien und Ägypten angebaut. Die Frucht war auch
den alten Griechen und Römern bereits bekannt, sie wurde im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Die Römer
sollen Pflanzen auch schon unter Glas herangezüchtet haben.
Über ein bestimmtes Herkunftsland ist man sich in der Literatur nicht einig. Die einen sprechen vom tropischen
Afrika, die anderen geben die Südhänge des Himalajas an. Um 1600 gelangte die Gurke zu den slawischen
Völkern, die als erste die Milchsäuregärung durchführten und somit die Guken einlegen konnten, laut meiner
Quellen.
Nach Europa gelangte die Gurke erst im Mittelalter, wo die in den Klostergärten angebaut wurde.
Die Samen von Gurken und Melonen waren im 17. Jahrhundert als Heilmittel u.a. mit ihrer harntreibenden
Wirkung bekannt.
Die ersten Gurkengewächshäuser gab es übrigens in England.
Die Gurken in der Vergangenheit waren meist bitter, erst mit der züchterischen Auslese konnte man
bitterfreie Gurken erzielen, und dies sind meist solche Sorten, die ausschließlich weibliche Blüten bilden.
Männliche Blüten an einer Gurkenpflanze sorgen für die Bestäubung der weiblichen Blüten ( an ihrem
Fruchtansatz erkennbar), die Bestäubung führt zur Samenbildung in den Früchten und dies löst die
Bildung der Bitterstoffe aus. (männliche Blüten bei älteren Sorten können ausgebrochen werden)
Für Gurken gibt es verschiedene Verwendungszwecke. Salatgurken werden meist frisch gegessen, kleinere
Sorten sind wegen ihres festeren Fleisches gut zum Einlegen geeignet, und andere kann man auch als
warmes Gemüse essen. Eine feste Regel gibt es allerdings nicht.
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Anbau:
Die Samen werden ab April in Töpfchen fürs Freiland vorgezogen, oder ab Febr/März für das Gewächshaus.
Gurkensamen benötigen 25° zur Keimung. Um später gesunde Pflanzen heranzuziehen, kann man auf eine alte
Methode, das Beizen der Samen, zurückgreifen. Beizen verbessert die Keimfähigkeit der Samen und beugt
Krankheiten vor. Pilzgefährdete Pflanzen werden dazu z.B. einen halben Tag in Magermilch gelegt. Hat man
die nicht zur Hand genügt auch für 25 min. 50°heißes Wasser (immer mit dem Thermometer kontrollieren).
In der Beizlösung kann man auch gut die tauben von den fruchtbaren Samen trennen. Die tauben schwimmen oben,
fruchtbare sinken auf den Grund. Wichtig ist die Samen gleich nach dem Beizvorgang in die Erde einzupflanzen.
Hat man kleine Setzlinge herangezogen, sollte man sehr vorsichtig beim Umsetzen sein. Am besten die
Pflänzchen mit dem ganzen Wurzel-Erd-Ballen in das neue Pflanzloch stecken.(Pflänzchen sollten immer
etwas abgehärtet werden, wenn sie frisch aus ihrer Kinderstube kommen) Nicht zu tief, der Stengel
muß ganz herausschauen. Der Boden sollte warm, humös, durchlässig und gut gedüngt sein. Verrotteten
Stallmist mögen Gurken am liebsten. Einmal wöchentlich sollte zusätzlich mit z.B. verdünnter Brennesseljauche
gedüngt werden. Die Pflege der Gurkenpflanzen erfordert schon einige Mühe. Sorgen sie für eine hohe
Luftfeuchtigkeit und bei praller Sonne sollte schattiert werden können. Immer nur mit lauwarmem Wasser
gießen. Wem das alles nicht zuviel Mühe macht, der kann im Sommer die köstlichsten Gurken ernten.
Noch ein Wort zu den zahllosen Abhandlungen über das Kappen der verschiedenen Triebe an der Gurkenpflanze.
Man kann z.B. den Haupttrieb, wenn er das Gewächshausdach erreicht hat, kappen. Auch die Seitentriebe
können beim Erreichen der Nachbarpflanze gekappt werden. Einfach die Möglichkeiten selber einmal ausprobieren.
Gute Nachbarn von Gurken sind Bohnen, Kohl, Lauch, Rote Bete, Salat, Dill und Sellerie.
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Sorten:
Wie oben bereits beschrieben kommt es bei der Wahl einer Gurkensorte auch auf den Verwendungszweck an.
Hat man kein Gewächshaus benötigt man Freiland-Sorten, die ein bischen robuster sind. Eine solche
Freiland-Salatgurke wäre z.B. die Sorte "Znojmia", sie bildet 20-25cm lange, hellgrüne Früchte, die
nicht bitter werden. Zu beziehen über den Verein Arche-Noah in A 3553 Schiltern, in deren Katalog man
übrigens noch viele andere interessante, im normalen Handel nicht erhältliche Sorten bekommt.
Viel Erfolg versprechen neuerdings auch Sorten, die auf einer Kürbisunterlage veredelt wurden.
Solche Pflanzen kosten zwischen 6-8 DM (Europreis kommt erst noch dieses Jahr) pro Stück. Man kann
mit etwas Geduld eine Veredelung aber auch selber vornehmen. Als Unterlage benötigt man die Pflanzen
des Feigenblattkürbisses, auf deren Samenpackung übrigens die genaue Anleitung zum Veredeln draufsteht.
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