Herzlich Willkommen im Juni
Diesen Monat geht es um so kleine Plagegeister wie die Blattläuse und die Spinnmilben.
Sie gehören neben den Schnecken und Pilzkrankheiten zu den häufigsten Störungen beim Pflanzenwachstum.
Leider muss ich an dieser Stelle gleich anmerken, dass wir selber erst die Bedingungen für diese Plagen
geschaffen haben.
Ich denke da nur an die sauberen und gefegten Kleingärten in den 80iger Jahren, an Monokulturen
(zB. nur eine
Pflanzenart auf einem Beet oder im Gewächshaus) und an den unkontrollierten Einsatz von chemischen Keulen
gegen die sogenannten "Schad"-Insekten. Gottseidank hat sich aber im Laufe der Zeit bei vielen
Gartenfreunden eine andere Haltung zu den Dingen in der Natur entwickelt. Ich nenne hier nur die Stichworte
wie Mischkulturen, biologische Schädlingsabwehr und die Ansiedlung von den natürlichen Feinden der
Pflanzenschädlinge, nämlich Igeln, Vögeln, Spitzmäusen (nicht zu verwechseln mit der Hausmaus), Marienkäfern,
Florfliegen und Holzwürmern.
Die Blattläuse (Aphididae) gehören zur Ordnung der Pflanzensauger, es gibt von ihnen alleine 800 Arten in
Mitteleuropa. Haben sie eine geeignete Pflanze gefungen, findet man sie meistens an den Triebspitzen oder
auch den Knospen von z.B. Rosen.
Blattläuse können sich auf verschiedene Art und Weise vermehren.
So können die Weibchen durch die sogenannte Jungfernzeugung (es ist hierbei kein Männchen nötig und es
findet auch keine Eiablage statt) Nachkommen produzieren, diese werden lebend geboren. Verschlechtern
sich die Lebensbedingungen werden beflügelte Weibchen geboren, die zu neuen Pflanzen fliegen können.
Im Herbst kommt es zur geschlechtlichen Vermehrung. Beflügelte Weibchen treffen auf beflügelte Männchen
und jetzt werden Eier abgelegt. Dies geschieht meist auf den Pflanzen, die den Blattläusen im Winter als
Wirt dienen. Erst im nächsten Frühjahr schlüpfen Junge. Eine Blattlaus lebt meist in Kolonien, die
ersten Nachkommen werden bereits nach 6 Tagen erzeugt. Innerhalb von 3 Wochen können 50 - 100 Nachkommen
entstehen. Blattläuse saugen den Pflanzensaft aus und zwar soviel, dass sie die überschüssige Nahrung in
Form von "Honigtau" wieder ausscheiden. Dieser süße Saft verklebt die Pflanzen und ist eine Grundlage
für Pilze. Die geschädigten Knospen fallen ab und zusätzlich können die Blattläuse auch Viruserkrankungen
übertragen. Blattläuse suchen sich gerne überdüngte oder auch kümmerlich
gewachsene Pflanzen aus, aber auch vor knackigen Rosenknospen machen sie heuer bei mir keinen Halt.
Das hat aber auch eine Ursache im sehr trockenen, heißen Wetter. Und hier ist schon die erste natürliche
Vorbeugemaßnahme, Böden um die Pflanze kräftig gießen, nie austrocknen lassen. Dann ist da der Boden
selbst, er ist ja unsere Grundlage auf der alles gedeihen soll. Der Boden sollte also gesund und locker
sein. Als natürliche Abwehrpflanzen bieten sich der Lavendel (bei Rosen), die Kapuzinerkresse (bei Obstbäumen)
und das Bohnenkraut (bei Bohnen) an. Sind die Blattläuse erstmal da, kann man es mit einer Wasserdusche/-strahl
ausprobieren, Florfliegen, räuberische Gallmücken und Marienkäfer wirken meist am besten zusammen.
Nützt
das alles nichts mehr, gibt es natürlich auch noch das Gartencenter mit diversen Produkten. Billiger ist
in jedem Fall eine Schmierseifenbrühe, befallene Stellen damit einsprühen. Einen Versuch ist dies immer wert.
Die Spinnmilben (Gemeine Spinnmilbe = Tetranychus urticae) kommen insbesondere in Gewächshäusern und bei
Zimmerpflanzen vor. Sie sitzen meist auf den Blattunterseiten und bevorzugen wie die Blattläuse junge
Blätter und Triebspitzen. Auch sie saugen den Pflanzensaft, zusätzlich spinnen sie ein dichtes Gespinnst um ihre
Wirtspflanze, auf dem sie sich dann bewegen. Erste Kennzeichen sind kleine weißlich - gelbliche Flecken
auf der Blattoberseite, die später zu kupferfarbenen Flecken zusammenfließen, die dann schließlich zum
Absterben des Blattes führen. Auch sie vermehren sich sehr schnell bei trockner Luft und hohen
Temperaturen.
Das Weibchen lebt ca. 5 Wochen und legt in dieser Zeit 100 - 200 Eier. 300 Millionen
Nachkommen sind so während einer ganzen Vegetationsperiode möglich. Vorbeugende Maßnahmen sind die Erhöhung der
Luftfeuchtigkeit und die Kontrolle kleinster Flecken auf den Blättern. Vermeiden sie auch Zugluft. Ist die
Plage erstmal ausgebrochen, kann man entweder mit Raubmilben dagegen vorgehen (mittlerweile gut zu bestellen),
oder man greift zur Chemie, wobei oft Wartezeiten beim Verzehr von Gemüse eingehalten werden müssen.
Die Wahl des Mittels hängt auch immer stark von der Pflanze ab, ist sie z.B. selten oder wertvoll oder
vielleicht ein seltenes Gemüse, von dem man noch Samen gewinnen wollte. In jedem Fall legt man die
beste Grundlage für gesundes Pflanzenwachstum in den vorbeugenden Maßnahmen.