| Im September |
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Allgemeines:
Im September möchte ich Ihnen die Kartoffel (Solanum tuberosum) näher vorstellen. Sie gehören
genau wie die Tomaten zu den Nachtschattengewächsen. Alle oberirdischen Teile der Kartoffel enthalten
den giftigen Stoff Solanin. (und dieser Stoff sitzt auch in den grünen Stellen an einer Kartoffel, deshalb
immer wegschneiden). |
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Anbau: Der Anbau von Kartoffeln ist relativ pflegeleicht. Der Boden sollte sandig-lehmig, tiefgründig, locker und humusreich sein. Aber wer hat schon diesen idealen Boden! Man sollte es auf jeden Fall mit den eigenen Bodenverhältnissen erstmal ausprobieren. Im Herbst kann man bereits gut verrotteten Stallmist ausbringen. Gerade unser kühl-gemäßigtes Klima ist ideal für Kartoffeln zum Wachsen. 4 Wochen vor der Aussaat, die meist Anfang bis Ende Mai stattfindet (die Bodentemperatur sollte 7° betragen) , sollte man die Saatkartoffeln in einer Kiste auf ein Fensterbrett stellen. So beginnt die Kartoffel bereits Keime zu bilden, die für ein schnelles Wachstum sorgen.Pflanzt man die Kartoffeln, sollte nicht mehr als 5 cm Boden über ihnen aufgeschüttet werden. Die Pflanzrillen sind 40-50 cm auseinander. In der Reihe reicht ein Abstand von 30-50 cm. Zeigen sich die ersten Blätter darf man anhäufeln. Auf eine ausreichende Wasserzufuhr achten. Kartoffeln zeigen ihre Reife mit dem Welken der Blätter an. Lagern kann man sie in luftigen, etwas feuchten Räumen bei 7-8°. Wer nur einige Saatkartoffeln von z.B. einer alten Sorte hat, kann diese sehr gut bis zum nächsten Jahr im Kühlschrank aufbewahren.
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Sorten: Bei den Kartoffeln gibt es an die 5000 verschiedene Sorten. Man unterscheidet Frühe-Mittelfrühe-und Späte Sorten, Mehlige und festkochende. Desweiteren gibt es sie in unterschiedlichen Schalenfarben (rot, gelb, weiß, Schwarz oder Blaulila) und verschiedenen Fleischfarben (weiß, gelb, gefleckt und Lilablau). Auch die Knollenform kann variieren von oval, lang, rund bis zu nierenförmig. Und selbst im Geschmack gibt es noch einiges zu entdecken, von buttrig über cremig, würzig, herb oder erdig. In Deutschland sind lediglich 244 Sorten zugelassen. Im Supermarkt findet man dagegen kaum mehr als ein Dutzend, ein trauriges Ergebnis angesichts dieser Vielfalt. Aber auch hier kann jeder Hobbygärtner aktiv werden und ein Stückchen Erde für alte, leckere Sorten reservieren, denn es gibt einige Vereine und Privatleute, die sich der Vermehrung und Erhaltung alter Kartoffelsorten widmen.
Institut für Pflanzengenetik und Hier bekommt man Kleinstmengen alter Kartoffelsorten und auch Informationen. Lediglich das Porto muß bezahlt werden.
Arche Noah Aus einem umfangreichen Katalog kann man sich verschiedene alte Kartoffelsorten aussuchen. Der jeweilige Anbieter bekommt dafür einen im Katalog vereinbarten Betrag.
Pro Spezie Rara Dieser Verein sucht ständig Erhalter, die bis zu 5 Sorten ( u.a. Kartoffeln) aus einem Katalog kostenlos auswählen können, um sie anzubauen und Samen bzw. Saatgut zu gewinnen, welches wieder zurück gesandt wird. Zu den einzelnen Pflanzen müssen Beobachtungsbögen ausgefüllt werden. Im privaten Bereich gibt es verschiedene Gärtnereien und Landwirte, die ebenfalls alte und bunte Kartoffelsorten anbauen. ![]()
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Über den Handel mit alten Sorten: Angesichts der Vielfalt von Gemüse- und Kartoffelsorten hat sich der ein oder andere bestimmt schon einmal gefragt, weshalb z.B. bei den Sämereien bei 10000 verschiedenen Tomatensorten lediglich 10 Sorten käuflich zu erwerben sind. Verantwortlich dafür ist das Bundessortenamt in Hannover. Denn hier muß jede Sorte angemeldet und geprüft werden, ehe sie in den Regalen hängen darf oder gewerbsmäßig angebaut wird. Der Sinn dieses Verfahrens liegt im Schutz desjenigen, der eine neue Sorte gezüchtet hat, also ähnlich einem Patent. Hat eine Sorte alle Instanzen erfolgreich durchlaufen, wird sie in die Beschreibende Sortenliste aufgenommen, und darf in Deutschland und EU-weit vertrieben werden. Der Antrag auf Zulassung muß allerdings nach einigen Jahren erneuert werden. Die meisten der alten und bunten Sorten sind allerdings in der Sortenliste nicht oder nicht mehr vertreten. Solche Sorten werden in Genbanken aufbewahrt. Dank vieler Vereine (s.o.) und engagierter Hobbygärtner ist es gelungen, alte Sorten wieder populär zu machen, einmal um die Vielfalt aufzuzeigen, und auch die Stärken so manchen Gemüses zu demonstrieren. Denn viele dieser alten Sorten sind z.T. von den Sortenlisten verschwunden, wegen ihres zu geringen Ertrages, oder weil sie wegen ihrer Form industriell nicht verarbeitet werden können. Aber geschmacklich übertreffen sie meist die in Monokultur massenhaft angebauten "Normal-Sorten". Normalerweise dürften also diese Sorten laut Saatgutverkehrsgesetz nicht mehr im Verkehr sein, wenn es da nicht eine klitzekleine Ausnahme geben würde. Alte Sorten dürfen somit angebaut werden zu Züchtungs- Forschungs- und Ausstellungszwecken. Im weitesten Sinne gehört dazu auch die Weitergabe zur Erhaltung der Art. Hinzu kommt, das es sich meist nur um kleine Mengen an Saatgut handelt. Auf Gesetzesebene besteht hier also Handlungsbedarf, alte Sorten wieder zuzulassen, damit nicht immer mehr Sorten einfach im Nichts verschwinden. Interessant zum Nachlesen ist auch folgender Artikel: http://www.wdr.de Und hier noch ein paar alte Sorten, um auf den Geschmack zu kommen:
Linzer Rose: Rosa Schale, gelbes Fleisch, eine vorwiegend festkochende Kartoffel von
ovaler Form. Alle aufgezeigten Sorten sind bei den oben genannten Vereinen zu bekommen. | |||
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...wenn Sie noch Fragen haben:info@mein-Gartenjahr.de