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Herzlich Willkommen im November!
Dieser Monat ist die richtige Zeit, sich mit dem Thema Kompost zu beschäftigen. Vielleicht kann ich ja auch
denjenigen unter Ihnen, die noch keinen besitzen, den Komposthaufen "schmackhaft" machen. "Schmackhaft"
ist in dem Zusammenhang gar nicht eine so falsche Bezeichnung. Ein richtig aufgesetzter Kompost
stinkt nicht, er riecht nach guter Walderde. Und auch das mit der Komposterde angebaute Gemüse schmeckt
einfach besser, weil Kompost die natürlichste Art der Düngung ist und alle wichtigen Nährstoffe für die
Pflanzen enthält.
Hat man einen halbschattigen, windgeschützten Platz gefunden, hebt man ca. 20 cm Erde unterhalb des
zukünftigen Platzes aus. In diese Grube kommen Zweige und grobes Material. Es soll für einen guten
Wasserablauf sorgen.
Abwechselung heißt die Devise beim Einschichten in die Kompostkiste. Nach 30 cm Material, das vorher
zerkleinert werden sollte, kommt immer eine dünne Schicht Erde. Diese bestreut man mit Algenkalk und eventuell
Steinmehl. Es gibt auch fertige Kompostbereiter, die die Umsetzung beschleunigen.
Auf den Kompost kommen Küchenabfälle (ich sortiere Fleischreste heraus, lockt Katzen und anderes Getier
an), angewelkter Grasschnitt (nicht zu dick die Schicht), Mist von Stall-und Haustieren, Baum-und
Strauchschnitt (auf 5cm zerkleinert), Stroh und Laub und auch Unkräuter, die man in die Mitte des Haufens
legt, da wo die Temperaturen am höchsten sind. Etwas Laub oder Stroh eignet sich auch gut als "luftiger"
Deckel.
Am besten sind 2-3 Kompostkisten, die eine zum Füllen und die anderen zum "Reifen lassen". Nach 3-4 Monaten
ist bereits Grobkompost entstanden, der im Herbst auch schon zur Flächenkompostierung herangenommen werden
kann. Um zum reifen Kompost zu gelangen, setzt man nun die Schichten einmal um. Das Außenmaterial kommt
jetzt nach unten, innere Schichten nach oben. Nach 9-12 Monaten erhält man eine unübertreffliche Erde, die
man feingesiebt für Anzuchten verwenden kann. Übrigens, der Kompost wird nicht, wie früher angenommen,
durch längeres Reifen über ein Jahr hinaus, besser. Das Gegenteil ist der Fall, es findet nämlich nach
längerer Zeit wieder ein Abbauprozess statt.
Zum besseren Verständnis hier die 3 Phasen, die der Kompost bis zur Reife durchläuft:
| 1.Phase; Abbauphase: |
Dauer: 1-2 Wochen, es herrschen hohe
Temperaturen bis zu 70° im Inneren des Haufens, hervorgerufen werden sie durch Bakterien, die Eiweißstoffe
und Kohlehydrate abbauen.
Keime und Unkräuter werden abgetötet. |
| 2.Phase; Umbauphase: |
Dauer: 4-5 Wochen, Hutpilze entstehen und wandeln
u.a. Fette und Wachse in braune Huminstoffe um, der Kompost beginnt abzukühlen. |
| 3.Phase; Aufbau-und Abkühlungsphase: |
Dauer: mehrere Monate, Kleinsttiere (Asseln, Milben, Würmer)
zerkleinern Material und tragen zur Reifung in Komposterde bei. In dieser 3. Phase nach ungefähr 3
Monaten sollte man den Kompost umsetzen, dies beschleunigt die Rotte. |
Ein Kompost sollte nie zu nass oder zu trocken werden. Bei längerem Regenwetter hilft eine Plane, die
Luftzirkulation sollte weiter gewährleistet sein. Bei länger andauernder Trockenheit sollte man den
Kompost mit Wasser begießen. Um zu testen, was mein Kompost braucht, macht man am besten die
Faustprobe: Zerdrücken Sie etwas von ihrer Komposterde in der Hand, einige Tropfen Wasser dürfen austreten,
dann ist er richtig.
Übrigens; Kompost nur oberflächlich einharken, nie untergraben, es entsteht sonst Fäulnis und kein reges
Bodenleben. Grobkompost (nach 3-4 Monaten) eignet sich im Herbst hervorragend, um abgeerntete Beete abzudecken.
Eine Einfassung kann auch selber gebaut werden. Geeignet sind Holzbalken, Ziegelsteine, die auf Lücke
gelegt werden, Weidenzäune oder die fertigen Kompostsilos. ss Wer ganz viel Platz hat, kann es auch mit einem
typischen "Haufen" probieren. Wichtig ist, dass von allen Seiten Luft rankommt.
Wie immer wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und eine gute Komposterde.
EMAIL:Redaktion@mein-Gartenjahr.de
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