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Herzlich willkommen im September!
Das monatliche Thema widmet sich diesmal der Gewinnung und Aufbewahrung von Saatgut.
Wer wollte nicht schon einmal von einem besonders interessanten Gemüse oder einer anderen
Gartenpflanze Samen für das nächste Jahr gewinnen und aufbewahren. Hier nun ein paar Tipps und
Beispiele, wie Sie ihr Saatgut gewinnen und optimal bis zum nächsten Sommer oder noch länger aufbewahren können.
Zur Information vorab eine kurze Übersicht, wie lange welches Saatgut ungefähr keimfähig bleibt:
| Basilikum |
7 Jahre |
| Radieschen |
3 Jahre |
| Erbsen |
3 Jahre |
| Buschbohnen |
3 Jahre |
| Kartoffeln |
3 Jahre |
| Salat |
5 Jahre |
| Mais |
2 Jahre |
| Kürbis, Kohl und Gurke |
5 Jahre |
| Dill und Schnittlauch |
1 Jahr |
| Tomaten |
4-10 Jahre |
| Petersilie |
3 Jahre |
Diese Angaben sind Durchschnittswerte und können nach oben hin auch mal um 1-2 Jahre abweichen, je
optimaler die Aufbewahrung war, desto länger können die Samen auch keimfähig bleiben. Um die Samen
noch länger aufbewahren zu können, eignet sich die Methode des Einfrierens.
Ein Blick in die Materie:
Bei der Saatgutgewinnung geht es nicht nur um die reine Vermehrung, sondern wenn man gezielt bestimmte
Pflanzen oder Früchte auswählt, betreibt man eine sogenannte Selektion. Das kann z.B. eine bestimmte
Farbe, Form oder Reifegrad sein, der erwünscht wurde. Bei einer Tomate, die bisher gelb-orangerote
Früchte hervorgebracht hat, könnte man nur die gelben Früchte ernten (selektieren), um später bei
dieser Sorte rein gelbe Früchte dauerhaft zu erzielen. Ein anderes Merkmal könnte z.B. auch die
Schossfestigkeit von Salaten sein. Man nimmt dann nur die Samen von den Salatpflanzen, die am spätesten
geblüht haben.
Vielfach ist auch die Rede von Samenechten Sorten, haben die Pflanzen aus den Samen genau die gleichen
Eigenschaften und das gleiche Aussehen wie die Mutterpflanze? Hinzu kommt auch noch die wichtige Frage,
ob es sich um einen Selbst-oder Fremdbestäuber handelt. Tomaten sind Selbstbestäuber, hier finden
Verkreuzungen mit anderen Tomatensorten recht selten statt, im Gegensatz zu Mais oder dem Kürbis, die
durch Insekten oder den Wind mit fremdem Blütenstaub einer anderen Sorte in Kontakt kommen können. Beim
Kürbis wendet man deshalb, wenn man eine Sorte erhalten will, die Handbestäubung an.
Nun aber ein paar praktische Tipps:
Tomatensamen gewinnen und aufbewahren:
man nimmt dazu vollreife Tomaten der gewünschten Sorte (vielleicht auch auf Form und Farbe achten!),
und schneidet die Früchte quer durch, Saft und Kerne in eine Schüssel drücken. Cocktailtomaten kann
man auch in den Mixer geben, die Samen überleben diesen Vorgang unbeschadet. Zu dem Brei die gleiche
Menge Wasser zusetzen und 3 Tage lang stehen lassen. Bei diesem sogenannten Fermentierungsvorgang wird
die geleeartige Schützhülle jedes Samens aufgelöst und es werden gleichzeitig eine Anzahl von
Krankheitskeimen vernichtet. Ein Schimmelrasen auf dem Tomatenbrei ist als Zeichen eines gelungenen
Fermentierungsprozesses zu sehen. Die Samen in einem Sieb gut auswaschen und zum Trocknen in eine
beschriftete Kaffeefiltertüte geben. Aus ihr läßt sich getrocknetes Saatgut wunderbar wieder herauslösen.
Kürbissamen auch nur aus vollausgereiften Früchten entnehmen, je dicker die Kerne, desto länger müssen sie
getrocknet werden, also nie gleich nach ein paar Tagen in luftdichte Gläser füllen. Der eventuell entstehende
Schimmel ist in diesen Fällen kein positives Zeichen. Beim Salat läßt man eine ausgesuchte Pflanze
blühen (was auch sehr hübsch aussehen kann) und erntet dann die sich aus den Blüten entwickelnden Samen.
Bei windigem Wetter aufpassen, die Samen besitzen Schirmchen! Besser ein Mückennetz oder Gaze darübertun.
Kohlarten, Rote Bete oder einige Blumen gehören zu den zweijährigen Pflanzen, sie entwickeln ihre Samen
erst im zweiten Jahr, müssen also überwintert werden.
Aufbewahrung:
Damit Saatgut besonders lange hält, muss es vor allem vor Feuchtigkeit geschützt werden. Dazu benutzt man
entweder normale Twist-off Gläser oder auch die Filmdöschen, die in fast jedem Haushalt anfallen. Wenn man
ganz sicher gehen möchte kann man dem Glas auch noch ein Trocknungsmittel in Form von z.B. Kieselgel
dazugeben. ( in Apotheken oder Drogerien) Der Raum in dem die Gläser stehen sollte etwas kühler sein als
der Rest der Wohnung. Ab und zu sollte man seine Samenbestände durchgehen, dazu bieten sich die Wintermonate
an, und bei abgelaufenen Sorten Keimproben machen. Gehen nicht mehr als die Hälfte der angesetzten Samen
auf, so lohnt sich der großflächige Anbau kaum. Bei seltenen Sorten ist man dagegen um jedes Samenkorn froh,
welches aufgeht.
Grundsätzlich:
Samen jeglicher Art nie in der Sonne oder im Ofen trocknen!
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