Im Juli Sorte: Bührer-Keel oder Zahnradtomate

Herzlich Willkommen im Juli

In diesem Monat möchte ich mich einigen häufigen Krankheitsbildern an Tomaten widmen. Vorausschicken möchte ich, dass viele Krankheiten im Vorfeld durch einen korrekten Anbau und günstige Wachstumsbedingungen vermieden werden könnten. Allerdings spielen auch die Umweltbedingungen eine große Rolle wie das Wetter, der Wind und Gewitter mit Hagel. Kühle und feuchte Sommer können einem auch schon mal die Tomatenernte verderben, genau wie zu viel und zu frühe, direkte Sonneneinstrahlung bei Jungpflanzen, die auf den Blätter zu sonnenbrandähnlichen Verbrennungen führt.

Kraut-und Braunfäule (Phytophtora infestans):

Bei dieser Krankheit handelt es sich um einen Pilz, der sich im Feucht-Warmen gerne ausbreitet. Besonders in regnerischen Sommern tritt diese Erkrankung gehäuft auf, und zwar zuerst bei den Kartoffeln. Der Pilz löste um die Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Europa Hungersnöte aus, da die Krautfäule epidemieartig alle Kartoffelfelder vernichtete. Durch Sporen wird der Pilz auf die Tomaten übertragen. Betroffen sind Tomatenpflanzen, die bei feuchter Witterung kein Dach über dem Kopf haben, und keine Möglichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes wieder abzutrocknen. Damit sich ein Pilz entwickeln kann, braucht es allerdings eine "Blattnassdauer" von mehr als 4 Stunden.
Das Schadbild zeigt sich an Blättern und Früchten. Die Blätter werden von der Spitze her braun und verdorren schließlich.
Die Früchte bekommen braun-faule, etwas eingesunkene Stellen, die die Tomate ungenießbar machen. Von einer mit Kraut-und Braunfäule vollständig befallenen Pflanze bleibt meist nur ein vertrocknetes, braun-krümmeliges Gerüst zurück. Der Pilz greift rasant um sich und kann innerhalb von 1 - 2 Wochen den gesamten Bestand zum Absterben bringen. Auch der Name "Phytophtora", der aus dem Griechischen kommt und "Pflanzenzerstörer"! bedeutet, weist auf die Aggressivität des Pilzes hin. Der Pilz überwintert im Boden, an Töpfen und an Holz. Deshalb möglichst keine Holzstäbe benutzen.

Vorbeugung:
Blätter und Stiele trocken halten
Pflanze sollte luftig stehen und ein Dach über dem Kopf haben
Kartoffeln nicht in direkter Nachbarschaft anbauen
auf gute Erde, ausgeglichene Nährstoffversorgung und gleichmäßige Wasserversorgung achten
Samen vor dem Auspflanzen in einem Knoblauchauszug beizen
Tomaten mit Knoblauch unterpflanzen.

Behandlung:
befallene Pflanzenteile sofort entfernen und in den Mülleimer werfen.
Pflanze (als letzte Möglichkeit) mit Fungiziden behandeln.

Blütenendfäule!

Blütenendfäule:

Braune, ledernde und eingesunkene Stelle an der unreifen Frucht, wo die Blüte saß. Ursache ist ein Kalziummangel in der Pflanze. Das Kalzium wird mit dem Saftstrom nicht mehr bis in die äußersten Enden (hier die Fruchtspitze) transportiert. Diese Störung kommt besonders im frühen Fruchtwachstum vor. Ursache kann auch eine zu starke Düngung mit Stickstoff sein, bei zu starkem Wachstum funktioniert der Saftstrom und Transport von Stoffen in der Pflanze nicht mehr reibungslos. An den obersten Blättern äußert sich die Krankheit durch Kleinwüchsigkeit und eine dunkelgrüne Farbe. Die unteren Blätter zeigen nekrotische Stellen, die eine Eintrittspforte für andere Erkrankungen zB. Pilze sein können.

Vorbeugung:
ausgeglichene Wasser- und Nährstoffversorgung, dem Wachstum der Pflanze angeglichen
gute Lüftung (verstärkt die Verdunstung und somit den Saftstrom in der Pflanze, Nährstoffe gelangen besser in die Früchte)

Behandlung:
befallene Früchte entfernen

Schäden durch Sonneneinstrahlung:

Gerade Jungpflanzen, die aus der Wohnung kommen, müssen vorsichtig an die direkte Sonne gewöhnt werden. Bei längerer intensiver Sonne und Wärme können die Pflänzchen "verbrennen".

Vorbeugung:
Jungpflanzen nur bei bedecktem Himmel rausstellen oder unter einen Sonnenschirm.
Mit einem kurzen Zeitraum anfangen und sich dann steigern.

Sonnenverbrannte Blätter

Grünkragen

An reifen Tomaten um den Stielansatz eine grüne, nicht ausgefärbte, später gelblich verhärtete Zone. Der Grünkragen tritt nur bei bestimmten Sorten auf. Die Hellfrucht-typen sollen verschont bleiben. Die Ursache ist noch unbekannt. Starke Besonnung und hohe Stickstoffgaben sollen diese Erscheinung fördern.

Vorbeugung:
Grünkragen-unempfindliche Sorten wählen
auf ausgeglichene Düngung achten
Pflanzen beschatten

Behandlung:
Früchte sind weiterhin genießbar, grüne Stelle großzügig herausschneiden.

Grünkragen



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